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Angedacht
„Gott spricht: Siehe ich mache alles neu!“
(Offenbarung 21,5)
Noch ist manches offen, vieles ungeordnet, einiges vielleicht auch schwer.
Auch wenn Donald Trump uns gleich zu Jahresbeginn wieder in ein Dilemma gestürzt hat und die alten Machtansprüche auch das neue Jahr bestimmen wollen.
Wir kommen aus einem Jahr, das Spuren hinterlassen hat: Belastungen, Fragen, vielleicht Müdigkeit, Erschöpfung angesichts der nicht enden wollenden Katastrophennachrichten.
Mitten hinein in diese Verunsicherungen spricht die Jahreslosung.
"Siehe, ich mache alles neu!"
Ein Satz, der nicht aus einem Wohlfühltext stammt, sondern aus der Offenbarung des Johannes. Geschrieben für Menschen, die unter Druck standen, die Verunsicherung und Bedrohung kannten.
Die Johannesoffenbarung ist eine Widerstandsschrift gegen das römische Reich und seinen unmenschlichen Herrschaftsanspruch. Voller Bilder und Umschreibungen für das, was Rom, die "Hure Babylon" so die umgangssprachliche Geheimsprache für den Kaiser in Rom, für die Menschen damals bedeuteten.
Unfrieden, Ausbeutung, Unterdrückung.
Leid. Tränen.
"Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!"
Ein Wort Gottes gegen die depressive Stimmung.
Ein Wort Gottes gegen die Übermacht des Todes.
Ein Wort Gottes, das uns gewiss machen will.
Ein Wort Gottes, dass Glauben braucht, und einen langen Atem. Und Hoffnung.
Und Liebe, weil es sich uns hoffentlich durch liebe Menschen vergewissert.
Glaube hilft in dieser Zeit, Hoffnung zu bewahren.
Glaube hilft in dieser Zeit, Hoffnung zu finden.
Aber auch der Glaube ist kein Garantieschein für unbeschadetes Leben.
Auch der, der glaubt, ist nicht vor dem Leid und gar dem Tod gefeit.
Gott sagt auch nicht: Haltet durch, sondern:
"Siehe, ich mache alles neu!"
Das ist kein billiger Trostspruch. Es ist eine Verheißung.
Gott kündigt an, dass das Letzte, das wir wahrgenommen haben, an dem wir zweifeln, verzweifeln, was uns den Optimismus nimmt, dass das Alles, was uns atemlos macht, Trump, Putin, Netanjahu, dass all diese alten Männer, die ihr Leben gelebt haben und denen die Zukunft egal scheint, nicht von Gott gerechtfertigt sein werden.
Sondern etwas Neues – von ihm her.
Das schenkt Zukunft.
Egal was Trump, Putin und die anderen Möchtegernmachthaber gerade anstellen.
Dem wird nicht Recht gegeben, in den Augen Gottes.
In den Augen Gottes zählt das genaue Gegenteil.
Frieden statt Krieg,
Menschenfreundlichkeit statt Hass,
Bewahrung der Schöpfung statt Maßnahmen gegen den Klimaschutz.
Wichtig ist dabei: Gott sagt nicht »Ich mache alles ein bisschen anders«
Er sagt: "neu."
Das Alte wird nicht einfach überarbeitet.
Es wird radikal in Frage gestellt.
Schlechte Erfahrungen, Strukturen, Beziehungen – all das kennen wir und begegnet uns täglich.
Aber es wird verwandelt.
Durchzogen von Hoffnung. Durchatmet von Sinn.
Das Alte wird in Frage gestellt und es darf, ja es muss auch ganz anderes gedacht werden.
Die Jahreslosung erinnert uns:
Das Neue kommt nicht zuerst aus unserer Kraft, unserer Kreativität oder Effizienz.
Und wenn wir erschöpft sind, kommt da auch nichts.
Das Neue kommt von Gott.
Unsere Aufgabe ist es, uns darauf einzulassen – aufmerksam, offen, hoffnungsvoll.
Vielleicht heißt das in diesem begonnen Jahr:
• mit einem anderen Blick auf Menschen zu schauen,
• eingefahrene Abläufe mutig zu prüfen,
• einander geduldiger zu begegnen,
• und darauf zu vertrauen, dass Gott auch da wirkt, wo wir nur kleine Schritte sehen.
"Siehe" – sagt Gott. Schau hin.
Da wird etwas neu, wo du dich von mir leiten lässt.
Siehe! - Dieser Aufruf erging zuerst an Johannes auf Patmos und mit ihm an die Christinnen und Christen seiner Zeit, die sich vom römischen Imperator bedroht sahen.
Durch die Jahrhunderte hindurch haben die Worte der Johannesoffenbarung dann immer wieder Menschen angesprochen, die Bedrohungen ausgesetzt waren.
So auch diejenigen, die sich vor fünfhundert Jahren der reformatorischen Bewegung anschlossen. Sie sahen sich nicht nur durch Acht und Bann bedroht, auch darüber hinaus lebten sie in einer von Krisen geprägten Zeit: Soziale Not, Krieg und Pest herrschten in Europa. Doch sie orientierten sich an Gottes Wort und gestalteten Kirche neu.
Siehe! - Die Worte der Offenbarung rufen uns dazu auf, uns nicht bannen zu lassen von allem, was uns heute bedrängt, sondern unseren Blick weiten zu lassen auf Gottes Zukunft hin. So gewinnen wir eine weitere Perspektive auf die Gegenwart, gleichsam einen Blick von der Zukunft her. Dieser Blick ermutigt, voranzugehen und die Welt an unserem Ort zuversichtlich zu gestalten - gerade in der Krise.
Was mit dem Klima geschieht, wie sehr Krieg herbeigeschrieben wird, welche radikalen Kräfte mehr und mehr erstarken, Gesellschaften spalten und das Miteinander bedrohen, das kann Angst machen.
Mitten in unsere Verunsicherung spricht uns Gottes Wort aus dem Buch der Offenbarung an:
"Siehe, ich mache alles neu!"
Alles kann auch ganz anders sein.
Die Menschen im Iran kämpfen gerade dafür.
In der Johannesoffenbarung geht es um die Hoffnung auf Gottes Zukunft.
Weil das Kind in der Krippe selbst die Zukunft ist und den Frieden lebt, das Nebeneinander der unterschiedlichen Lebensentwürfe feiert, die Armen und Schwachen hochleben lässt und seine Fürsorge den Ausgegrenzten gilt.
Sein Leben ist unsere Hoffnung.
Nichts muss so bleiben wie es ist.
Alles kann sich wandeln.
Weihnachten ist der Anfang.
Jedes Jahr kann alles neu werden.
Es liegt an uns.
Das Neue beginnt oft leise.
In einem guten Gespräch.
In einem fairen Umgang.
In einer Entscheidung, die dem Leben dient.
In dem Mut, Dinge nicht nur zu verwalten, sondern mit Sinn zu füllen.
So gehen wir in dieses Jahr nicht mit der Erwartung, dass alles sofort leicht wird.
Aber mit der Zuversicht, dass Gott am Werk ist.
Er macht neu – auch uns, unsere Arbeit, unseren Blick.
Die Mächte der Welt, die uns so fassungslos machen, so ohnmächtig und hilflos, sind nicht die Zukunft.
Gott kommt uns aus der Zukunft entgegen.
Liebe zum Guten,
Menschlichkeit gegen den Hass und die Wut,
Erlebnisse, die Dinge zum Guten wenden,
Begegnungen, die erfüllen, mich und das Gegenüber,
all das hilft gegen die Angst.
Stark machen für das Leben des Kind in der Krippe, da wo wir es in der Hand haben, lässt vieles neu werden.
Möge diese Zusage uns tragen, stärken und ermutigen –
für einen guten Anfang und für alles, was kommt.
Amen.
Pfarrer Jens Sannig, Superintendent

Ihre Ansprechperson „Angedacht“

Johannes de Kleine
presse.juelich@ekir.de
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