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„Die einfachen Dinge“: Sein ist wichtiger als Haben

Filmabend der Ökumenischen TelefonSeelsorge Düren-Heinsberg-Jülich zum Jubiläum

Die TelefonSeelsorge (TS) ist seit 45 Jahren für die Menschen in unserer Region da. Das Jubiläum wurde in diesem Jahr mit drei Veranstaltungen gefeiert: Im März mit einem Gottesdienst und einer Feier in Heinsberg, im Mai mit einem Fachvortrag in Düren und schließlich in diesem Monat mit einem Filmabend in Jülich.

Die Stellvertretende Leiterin der Ökumenischen TelefonSeelsorge Düren-Heinsberg-Jülich, Myga Hünewinckell, und die Vorsitzende des TS-Kuratoriums, Pfarrerin Ulrike Grab, konnten etwa 30 Mitarbeitende und Gäste im Kulturbahnhof Jülich zum Filmabend begrüßen. Für den erkrankten Filmkundigen Manfred Langner moderierte Myga Hünewinckell den Abend unter Verwendung seiner Texte.

Sie gab eine Einführung in den Film. Der Unternehmer Vincent Delcourt lebt und arbeitet nach der Devise „schneller, weiter, höher“. Mit dem Tempo eines Hochgeschwindigkeitszugs rast sein Leben in der modernen und dicht vernetzten Welt immer weiter voran. Dass er dabei alleine ist und bleibt, stört ihn nicht. „Wir sind alle allein. Deswegen müssen wir in Bewegung bleiben." Vincent lebt und arbeitet nach dieser Devise. Ein Leben auf der Überholspur - bis ihm sein schickes Cabrio plötzlich absäuft und sein bisheriges Leben baden geht. Was ihn gänzlich aus der Bahn wirft, ist die Frage einer Journalistin, ob er glücklich sei.

Er begegnet in der Bergkulisse der französischen Alpen dem naturverbundenen Einsiedler Pierre Vernant. Die Begegnung der beiden, ihre Gespräche und ihre Auseinandersetzungen verändern beide.

Der Film des französischen Regisseurs Eric Besnard erzählt von einer ganz besonderen Freundschaft, der heilenden Wirkung sommerlicher Landluft und von dem kleinen Glück, das abseits vom dicht vernetzten Großstadtleben zu finden ist - eben in ,den einfachen Dingen".

An diesem Abend erlebten die Zuschauer*innen einen Film, der anschaulich, bewegend und weitab von jeglichem Kitsch zeigt, dass „Sein“ in der Tat glücklicher macht als „Haben“.

Und damit schlägt der Film eine Brücke zur Arbeit der TelefonSeelsorge: Sicher ist die Frage nach dem persönlichen Glück für die vielen Anruferinnen und Anrufer, die Ratsuchenden, die sich Tag und Nacht bei der TS melden, von elementarer Bedeutung. Und am anderen Ende der Leitung hat jemand ein ganz großes Ohr und ein großes Herz für die vielen Fragen und Nöte des Lebens, für die Einsamkeit und für die Sehnsucht nach gelingendem Leben.

Am Ende eines beeindruckenden Filmabends überreichte Frank Seeger-Houpperten im Namen des Teams der Katholischen Region Heinsberg Dankeschön-Geschenke: Dem Team der Mitarbeitenden einen Pavillon für den Garten der Beratungsstelle und für Myga Hünewinckell einen Blumenstrauß.

Das Jubiläumsjahr der Ökumenischen Telefonseelsorge Düren-Heinsberg-Jülich fand im Kulturbahnhof Jülich einen angemessenen Abschluss.
 

© Text: Manfred Langner (Bistum Aachen) und Johannes de Kleine (Kirchenkreis Jülich)
© Fotos: Johannes de Kleine (Kirchenkreis Jülich)