Superintendent Pfarrer Jens Sannig begrüßte im Jülicher Verwaltungsgebäude die Gäste der Verabschiedungsfeier für Ruth Gehrmann: den Ehemann Roland Gehrmann und die Tochter Leonie (die zweite Tochter war aus beruflichen Gründen verhindert), Kolleginnen und Kollegen aus Diakonie und Verwaltung, den Chef der Erwachsenenbildung Jean Jacqes Badji sowie als Vertreter der Gemeinden im Kreis Heinsberg den Synodalassessor Pfarrer Sebastian Walde.
Der Superintendent dankte der Migrationsfachberaterin für ihren engagierten Dienst, den sie in ihrer ruhigen und zuverlässigen Art seit mehr als 18 Jahren geleistet habe. Mit Herz und großem Sachverstand sei sie bei der Sache gewesen – genauer: bei den Menschen. Es habe unzählige gute Gespräche mit den ihr anvertrauten Menschen gegeben. Er wünschte ihr einen gesegneten Ruhestand mit ihrem Ehemann und ihren beiden Töchtern.
Uschi Hensen: Fachliche Kompetenz und persönliche Ausstrahlung
Diakoniechefin Uschi Hensen bedauerte aufrichtig, dass ihre Kollegin den Migrationsfachdienst in Richtung Ruhestand im Münsterland verlässt. Um die Arbeit von Ruth Gehrmann zu beschreiben, zitierte sie aus einem früheren Arbeitszeugnis „Im Umgang mit den Flüchtlingen, wie auch mit anderen Menschen, drückte sich ihre selbstverständliche Achtung vor ihrem Gegenüber aus. Die Sensibilität und der respektvolle Umgang ermöglichten ihr nicht nur den Aufbau vertrauensvoller Beziehungen zu den Flüchtlingsfamilien, ihr gelang es auch verschüttete Ressourcen und Fähigkeiten der von ihr betreuten Menschen zu aktivieren. Aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz und ihrer persönlichen Ausstrahlung gelang es ihr auf die individuelle Situation der Flüchtlinge zugeschnittene Lösungen im sozialen, rechtlichen und interfamiliären Rahmen zu erarbeiten.“
Sie zitiere das deshalb so ausführlich, weil das ihr Markenzeichen auch in Erkelenz gewesen sei, die passgenauen Lösungen für die ihr anvertrauten, ihr vertrauenden Menschen, und das bei immer schwieriger werdenden gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Und sie schloss: „Zeiten des Abschieds aus der Berufswelt sind beidseitig auch immer Zeiten Bilanz zu ziehen. Unsere Bilanz ist überaus positiv und wir danken dir herzlich für dein Wirken für unsere Diakonie und deine Migrationsberatung für Erwachsene.“
Freya Lüdeke Obiapi: Eine streitbare Unterstützerin – der Mensch immer im Mittelpunkt
Die Leiterin des Migrationsfachdienstes betonte bei ihrem Rückblick auf die Dienstzeit von Ruth Gehrmann, ihr sei es immer wichtig gewesen, die Migrationssozialarbeit im größeren Zusammenhang zu betrachten. Für sie habe die Arbeit nie losgelöst von ihrem Umfeld stattgefunden. Sie hätten hier nicht „allein vor uns hin“ gearbeitet, sondern seien eingebettet in ein komplexes Geflecht aus Städten und Kommunen, Kirchengemeinden, der Diakonie RWL und den politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, die die Lebensrealitäten der Geflüchteten und Neuzugewanderten beeinflussen.
Die Kollegin habe sich fachlich immer auf dem neusten Stand gehalten. Sie habe sich stetig weiterentwickelt, ihre Kenntnisse den sich wandelnden Anforderungen angepasst und jede Gesetzesänderung genau studiert. So habe sie Ratsuchenden helfen können: bei aufenthaltsrechtlichen Fragen, in sozialrechtlichen Angelegenheiten, beim Familiennachzug, beim Umzug oder der Arbeitsaufnahme, bei Fragen zu Schule, Sprache, Ausbildung.
„Du hast über viele Jahre hinweg im Namen der Diakonie Menschen begleitet, unterstützt und beraten. Du hast dich mit Fachwissen und großem Engagement für andere eingesetzt und damit vieles bewegt. Die Auswirkungen deiner Arbeit lassen sich nicht immer messen, aber sie zeigen sich in den Lebenswegen der Menschen, die du begleitet hast.
Wir danken Dir von Herzen für die Zusammenarbeit!“
Man ist nicht verloren, wenn man die Menschen wiedertrifft, die einem gut getan haben
Jean-Jacques Badji erinnerte an gemeinsame Erfahrungen in früheren Jahren, an die er sich gerne und dankbar erinnere. Ouadiaa Arfaoui, Kollegin im Migrationsfachdienst, bedankte sich im Namen des Teams mit einem großen Blumenstrauß bei Ruth Gehrmann und kündigte eine Überraschung an. Daraufhin stimmte Thorsten Müller mit den Anwesenden „Viel Glück und viel Segen“ als Kanon an.
Die künftige Ruheständlerin bedankte sich sehr herzlich für alle Reden und Grußworte. Sie freue sich auf ihren Ruhestand im Kreis Steinfurt in einem gerade im Bau befindlichen Haus.
Sie habe ihre Arbeit sehr geliebt, auch angesichts und trotz der eher negativen Entwicklung in der Flüchtlingspolitik. Ihren Kolleginnen und Kollegen gebe sie gute Wünsche mit auf den Weg für ihren Dienst an den geflüchteten Menschen.
Die Abschiedsfeier nahm ihren Fortgang mit persönlichen Worten und Gesprächen beim gemeinsamen Essen.



