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Kirche auf dem Weg in die Zukunft – Ermutigung und Hoffnung

Kreissynode des Kirchenkreises Jülich tagt in Düren: Etwa 90 Delegierte aus den 19 Kirchengemeinden und den Arbeitsbereichen des Kirchenkreises waren zur jährlichen Herbsttagung der Kreissynode nach Düren gekommen.

Nach einem ermutigenden Abendmahlsgottesdienst in der Christuskirche begrüßte Superintendent Pfarrer Jens Sannig die Anwesenden im Haus der Gemeinde. 
Die Synodalen gedachten zweier verstorbener ehemaliger Mitglieder der Kreissynode: Oberkirchenrat i.R. Klaus Eberl aus Wassenberg und Jürin Fritzlar aus Düren. 
 
Ermutigung und Hoffnung – Der Bericht des Superintendenten
Superintendent Jens Sannig ging in seinem jährlich zu haltenden Bericht auf die aktuelle politische Situation ein. Seit Corona folge eine Krise auf die andere. Die Lage erscheine oft hoffnungslos. Aber er sehe auch viele Zeichen der Ermutigung. Beispielsweise die mutige Predigt der anglikanischen Bischöfin Mariann Edgar Budde zur Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten, die den sich abzeichnenden Entwicklungen der Spaltungen und der Gefahren für die amerikanische Demokratie und Gesellschaft ins Gewissen redete, mache ihm Mut und erhalte Hoffnung am Leben.
Die Kirche befinde sich auf einem Weg der einschneidenden Reformen. Es gelte, neue Wege zu finden, damit Kirche auch weiterhin nahe bei den Menschen bleibe. Im Kirchenkreis gebe es hoffnungsvolle Aufbrüche, wo z.B. Gemeinden neue Kooperationsräume bildeten, ja manche Gemeinden gezielt auf eine Fusion hinsteuerten. An vielen Orten würden hilfreiche Ideen entwickelt, Menschen entdeckten Begabungen, die für den gemeinsamen Weg in die Zukunft einer lebendigen Kirche wichtig seien. 
Kirche sei nicht nur mit den eigenen notwendigen Prozessen beschäftigt. Sie nehme auch ihre Weltverantwortung wahr, z.B. durch den Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der guten Schöpfung Gottes. Der Superintendent berichtete von eine Reihe von Friedensgesprächen. Dort habe man einen Raum geboten, wo Menschen mit ganz unterschiedlichen Meinungen ins Gespräch gekommen seien. Das sei ein wichtiges Angebot in einer Zeit, da Politiker davon redeten, das deutsche Volk müsse kriegstüchtig werden. 
Der Kirchenkreis und seine Gemeinden seien auf vielfältige Weise unterwegs. Die Gemeinden feierten Gottesdienste mitten in der Stadt zum Christopher-Street-Day und zeigten so Präsenz und Haltung. Menschen würden zu ehrenamtlichen Seelsorger*innen ausgebildet und in ihrem Dienst begleitet. Der Kirchenkreis sei Akteur bei der Zukunftsgestaltung der Region nach dem Ende der Braunkohle. Die Diakonie biete Schuldnerberatung und Lebensberatung an, sie begleite und betreue geflüchtete Menschen. 
„Ich bin dankbar, dass ich in unserem Kirchenkreis so viele solcher Hoffnungszeichen sehen darf. Es sind herausfordernde Zeiten. Das waren sie immer schon. Für jede Generation neu. Wir brauchen das Wissen um unsere Grenze und Verletzlichkeit. Damit wir uns anspornen, die Würde des Lebens wertzuschätzen. Dass das nicht verlorengeht, ist meine Hoffnung.
Den vollständigen Bericht des Superintendenten finden Sie hier.
 
Dank und Hoffnung – Grußwort aus Marokko
Nicolas Nyembele und Daniel Betho Lamah überbrachten Grüße von der Partnerkirche des Kirchenkreises, der Eglise Evangelique au Maroc (EEAM). Sie verlasen ein Grußwort der Präsidentin der EEAM, Karen Thomas Smith:  
„Es ist mir eine Freude, Ihnen im Namen Ihrer Brüder und Schwestern in der Eglise Evangelique au Maroc herzliche Grüße zu überbringen. Seit mehr als 20 Jahren sind Sie unsere treuen Begleiter im Dienst und begleiten uns bei unserem Bestreben, die Schwächsten unserer Gesellschaft zu erreichen. In dieser ausweglosen Situation versuchen wir als Kirche in Marokko ein Zeichen der Hoffnung zu sein, wo Menschen willkommen geheißen, geliebt und begleitet werden können.
In den letzten zwei Jahrzehnten haben Sie uns geholfen, Ressourcen für diese lebensspendende Arbeit zu finden, indem Sie uns mit Spenderorganisationen in Kontakt gebracht haben, und Sie selbst haben oft unter Opfern unsere Arbeit unterstützt, nicht nur durch Geldspenden, sondern auch, indem Sie gekommen sind, um die Lebensrealität unserer Brüder und Schwestern auf der Straße zu erleben, und mit uns gemeinsam überlegt haben, wie wir diesen Bedürfnissen wirksamer begegnen können. Wir sind zutiefst dankbar für Ihre Unterstützung einer dringenden Initiative, die wir ins Leben gerufen haben: die Seelsorge für Frauen und Kinder, die besonders gefährdet sind auf ihrer Reise. 
Wir können Ihnen allen, insbesondere aber unseren Brüdern Achim Schwabe und Jens Sannig, die sich für diese Partnerschaft eingesetzt haben, unsere Dankbarkeit für Ihre Treue nicht ausreichend zum Ausdruck bringen. 
Möge Gott den Kirchenkreis Jülich weiterhin segnen, während Sie selbst in diesen unsicheren Zeiten weiterhin erkennen, wie Gott Sie dazu aufruft, dem Evangelium in Deutschland und darüber hinaus treu zu bleiben. Möge Gott Ihnen und uns Weisheit und Mut schenken, immer nach dem Reich Gottes zu streben.
In Liebe in Christus, Karen Thomas Smith, Präsidentin der EEAM“

 
Menschen und Hoffnung – Wahlen
Es waren Menschen zu wählen in das Leitungsgremium des Kirchenkreises, den Kreissynodalvorstand (KSV).
Mit jeweils großer Mehrheit wurden gewählt: zum Synodalassessor (Stellvertreter des Superintendenten) Pfarrer Sebastian Walde aus Heinsberg; zum Synodalskriba (Protokollführer) Pfarrer Thomas Richter aus Eschweiler; zur Stellvertretenden Synodalskriba Schulpfarrerin Bernhild Dankert aus Düren. 
Schließlich wurde Pfarrerin Anke Neubauer-Krauß aus Ratheim-Gerderath fast einstimmig zur Jugendpfarrerin des Kirchenkreises Jülich gewählt.
Die Gewählten übernehmen ihre jeweiligen Aufgaben in einer Zeit, da Kreativität, Mut und Kraft gefragt sind auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Kirche.

Strukturen und Hoffnung – Gremien und Finanzen 
Die Zukunft der Gemeinden und des Kirchenkreises hat auch mit Strukturen, mit Gremien und mit Finanzen zu tun.
Der Stellvertretende Verwaltungsleiter Mirco Sobetzko legte den Haushaltplan für das kommende Jahr vor. Wie schon in den vergangenen Jahren, wies er auf die angespannte Finanzlage und auf die eher bescheidenen Aussichten für die kommenden Jahre hin. Seine Botschaft war klar: im Blick auf die finanzielle Zukunft der Gemeinden und des Kirchenkreises ist kluges Denken und Handeln gefordert, damit auch künftig Kirche nahe bei den Menschen sein und ihnen Hoffnung vermitteln kann – in durchaus veränderten Strukturen, aber mit einem unveränderten Auftrag.
Einen emotionalen Höhepunkt erlebten die Synodalen durch einen Antrag aus Aldenhoven. Jugendpresbyterin Maeve Clark forderte die Synode engagiert und mit deutlichen Worten auf, bei der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland das Stimmrecht für jugendliche Presbyter*innen zu beantragen. Das sei nur konsequent, wenn man Jugendliche an der Leitung der Gemeinden beteiligen wolle. Was ich in über 40 Jahren Teilnahme an Kreissynoden sehr selten erlebt habe: Standing Ovations für die hervorragende Einbringung des Antrages. Der dann auch mit großer Mehrheit angenommen wurde.
 
Gestärkt durch eine Abendandacht in der Christuskirche fuhren die Synodalen nach einer intensiven Synodaltagung ins Wochenende.
 
© Text und Fotos: Johannes de Kleine